Forschung

Leistungen

Fachgebiete

Das Leistungsspektrum des Zentrallabors ist maßgeschneidert für die universitäre Versorgung unseres Hauses.
Leistungsschwerpunkte sind die Fachgebiete Labormedizin und Transfusionsmedizin.
Es werden jedoch auch ausgewählte Leistungen aus den Fachgebieten Mikrobiologie und Humangenetik angeboten.

Fachbereiche

Die o.g. Fachgebiete werden innerhalb des Zentrallabors in folgende Fachbereiche unterteilt:

Die Klinische Chemie ist ein Teilgebiet der Laboratoriumsmedizin und gilt als die Basis der Labordiagnostik, an die sich weitere Untersuchungsschritte im Sinne einer Stufendiagnostik anschließen.
Das Untersuchungsspektrum umfasst verschiedenste Substanzen (Metabolite, Enzyme, Hormone, Vitamine usw.), die in geeigneten Untersuchungsmaterialien wie Blut, Urin, Liquor cerebrospinalis nachgewiesen werden. Über diese Diagnostik können gängige Stoffwechselstörungen sowie Schädigungen auf Organ-, Gewebe- oder Zell-Ebene (Infektionen, mangelnde Durchblutung, Wachstum von Tumoren) nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden.

Das Untersuchungspektrum lässt sich folgendermaßen unterteilen:

Biochemische Analysen
Zu den Messgrößen biochemischer Untersuchungen zählen beispielsweise
Blutzucker, Elektrolyte, Enzyme, Lipide und viele andere.

Organfunktionsteste
Viele Untersuchungen aus dem Bereich der klinischen Chemie denen der Überwachung von Organfunktionen, einschließlich Leberfunktionstests, Nierenfunktionstests und Schilddrüsenfunktionstests, um Veränderungen dieser Organe frühzeitig zu erkennen.

Tumormarker
Tumormarker dienen der Verlaufskontrolle von Tumoren, um den Erfolg einer Behandlung zu kontrollieren und Rezidive frühzeitig zu erkennen. Das Spektrum der Untersuchungen wurde auf die Patienten des Hauses abgestimmt.

Arzneimittelüberwachung
Die Messung von Arneimitteln und ihren Abbauprodukten im Blut dient der Patientensicherheit. Es gilt sowohl zu hohe als auch zu niedrige Arzneimittelkonzentrationen zu vermeiden. Das Labor-Monitoring ausgewählter Medikamente dient dabei der Vermeidung von Nebenwirkungen durch Überdosierung als auch der Sicherstellung ausreichend hoher Wirkspiegel.

Der Fachbereich Hämatologie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Labormedizin. Er beinhaltet die Untersuchung der zellulären Bestandteile des Blutes (rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen) und seiner weiteren Charakteristika, wie z.B. das Hämoglobin (ein Protein im Blut, das Sauerstoff transportiert) und der Hämatokrit (das Verhältnis von Blutzellen zu Plasma).
Das Zentrallabor führt alle erforderlichen Untersuchungen durch, die zur Diagnose einer Vielzahl von Bluterkrankungen, von denen insbesondere Anämien (Blutarmut) und Leukämien (Blutkrebs) eine wichtige Rolle spielen, nötig sind. Hämatologische Untersuchungen unterstützen den behandelnden Arzt ebenfalls bei der Identifizierung von Infektionen, Entzündungen und Störungen der Blutgerinnung. Zudem spielen hämatologische Untersuchungen eine wichtige Rolle bei der Überwachung von Chemotherapien und Bluttransfusionen.
Der Fachbereich Hämatologie verfügt über mehrere Analysegeräte zur automatisierten Erstellung kleiner und großer Blutbilder. Blutausstriche werden automatisiert angefärbt und anschließend mikroskopisch von speziell geschulten Mitarbeitern beurteilt. Insbesondere die Beurteilung von Zellen aus dem Knochenmark erfordert eine hohe Expertise, die durch Fachärzte für Hämatologie gewährleistet wird. Das Zentrallabor verfügt über drei hochmoderne sogenannte Durchflußzytometer, um insbesondere Leukozyten (weiße Blutkörperchen) in weitere Untergruppen zu unterteilen. Mit Hilfe dieser Untersuchungen lassen sich Leukämien diagnostizieren und in unterschiedliche Krankheitsgruppen unterteilen. Durchflusszytometrische Messungen stellen somit einen wichtigen Bestandteil bei der Therapieplanung und Verlaufskontrolle dar.
Ergänzt werden diese Verfahren durch molekulargenetische Untersuchungen, die ebenfalls der Feindiagnostik und der Verlaufskontrolle dienen. Das Zentrallabor setzt hierzu unterschiedliche molekularbiologische Methoden ein, wie z.B.
  • qualitative und quantitative Echtzeit-PCRs
  • mutationsspezifische PCR mit Sondenhybridisierung
  • droplet digital PCR
  • MassTag-PCR
  • BEAMing-Verfahren zum Nachweis zirkulierender Tumor-DNA

Angeborene und erworbene Gerinnungsstörungen können lebensbedrohliche Komplikationen hervorrufen. Diese Störungen können sowohl zu einer erhöhten Blutungsneigung als auch zu einem höheren Thromboserisiko führen. Unser Universitätsklinikum behandelt Patienten mit teilweise hochkomplexen Erkrankungen. Viele dieser Erkrankungen können auf unterschiedlichste Weise auch die Blutgerinnung verändern.

Das Zentrallabor bietet daher ein umfangreiches Spektrum hämostaseologischer Untersuchungen an, das folgende Untersuchungsgruppen umfasst:
  • Globalteste
  • Bestimmung der Einzelfaktoren
  • Abklärung von Blutungsneigungen, wie z.B. von-Willebrand-Syndrom
  • Abklärung einer Thromboseneigung, z.B. bei Verdacht auf Vorliegen eines Anti-Phosholipid-Syndroms
  • Untersuchung der Thrombozytenfunktion über Rotationsthrombelastometrie und Vollblut-Impedanzaggregometrie
  • Monitoring einer Antikoagulanzien-Therapie, inkl. neuer oraler Antikoagulanzien

Der Fachbereich der Immunologie deckt im wesentlichen folgende Fragestellungen ab:

Immunologische Aktivitätsmarker
Eine Aktivierung des Immunsystems kann z.B. durch die Bestimmung des C-reaktiven Proteins im Blut nachgewiesen werden. Diese Diagnostik kann durch die Bestimmung von Immunglobulinen (IgG, IgM, IgA), Komplementfaktoren und Zytokinen im eigenen Haus ergänzt werden.

Autoimmunitätsdiagnostik
Eine gestörte Unterscheidung zwischen körpereigenen und fremden Geweben führt dazu, dass sich das Immunsystem des Körpers gegen sich selbst richtet. Ziel der Autoimmundiagnostik ist es nachzuweisen, dass die Beschwerden eines Patienten in einer solchen „Fehlleitung“ des Immunsystems begründet sind. Ebenso wichtig ist es im Anschluss nachzuweisen gegen welche körpereigenen Strukturen sich das Immunsystem richtet und die Aktivität der Erkrankung einschätzen zu können.
Das Zentrallabor bietet neben einer Vielzahl automatisiert verarbeiteter Untersuchungen auch aufwändigere Verfahren, wie Immunfluoreszensteste, an.

Allergie-Diagnostik
Von der Autoimmundiagnostik abzugrenzen ist die Allergiediagnostik, bei der eine Überempfindlichkeit des Immunsystems gegen körperfremde Substanzen (Allergene) vorliegt.

Nachweis von Immundefekten
Immundefekte können durch eine erhöhte Infektanfälligkeit, aber auch andere weniger prägnante Beschwerden auffallen.
Die Ursache können sowohl angeborene oder erworbene Funktionsstörungen von Zellen des Immunsystems sein als auch Defekte des so genannten "humoralen" Immunsystems. Das Untersuchungsspektrum des Zentrallabors erlaubt es, Immundefekte sowohl auf zellulärer als auch auf humoraler Ebene zu diagnostizieren.

Die Liquordiagnostik befasst sich mit der Untersuchung von Liquor cerebrospinalis (Nervenwasser), der klaren Flüssigkeit, die das Gehirn und das Rückenmark umgibt.
Liquorbefunde besitzen einen hohen Stellenwert für eine genaue Diagnose, die Behandlung und Überwachung sowie das Management vieler neurologischer Erkrankungen.
Das Zentrallabor bietet alle erforderlichen Untersuchungen an, um schnelle Entscheidungen zur Notwendigkeit und Art der Behandlung einer neurologischen Erkrankung treffen zu können.

Das hierfür erforderliche Untersuchungsspektrum umfasst die folgenden Analysenprogramme:

Notfallprogramm:
innerhalb von 2 bis maximal 3 Stunden müssen folgende Untersuchungsergebnisse erstellt worden sein:
  • Bestimmung der Zellzahl
  • Anfertigen eines zytologischen Präparates und ggf. Differenzierung der nachgewiesenen Zellen
  • Messung von Laktat im Liquor und Glukose im Liquor-Serum-Paar
Grundprogramm:
  • Albumin im Liquor-Serum-Paar
  • Immunglobuline IgG, IgM und gA im Liquor-Serum-Paar
Durch methodenunabhängige Werte der Liquor/Serum-Quotientenbildung kann im Reiber-Diagramm die Blut-Liquor-Schrankenfunktion und die unspezifische intrathekale (d.h. innerhalb der Liquorräume) IgG-, IgM- und IgA-Synthese beurteilt werden.

Zusatzdiagnostik:
  • Oligoklonale Banden im Liquor-Serum-Paar
Die Isoelektrische Fokussierung ist eine empfindliche qualitative Methode zum Nachweis einer intrathekalen IgG-Synthese.
Oligoklonales IgG tritt unspezifisch bei akuten und chronischen Erkrankungen auf. Die Untersuchung dient vor allem der Differentialdiagnose der Multiplen Sklerose.

Spezialuntersuchungen:
  • Molekularbiologischer Erregernachweis:
Das Zentrallabor besitzt eine umfangreiche Geräteausstattung, die es ebenfalls ermöglicht Bakterien, Viren und Parasiten im Liquor mittels hochsensitiver PCR-Diagnostik innerhalb von 60 Minuten nachzuweisen.

  • Marker für neuronale Gewebeschäden:
Das Zentrallabor bietet zur Bewertung einer so genannten Neurodestruktion die Bestimmung der neuronen-spezifischen Enolase (NSE) und des Proteins S100 an.

  • Serologischer Erregernachweis:
Die weitere Aufschlüsselung der zugrunde liegenden Krankheitserreger ist durch die parallele Messung von erreger-spezifischen Antikörpern im Serum und im Liquor möglich. Da diese Analytik in der Regel nicht zeitkritisch ist, wird mit diesem Untersuchungsprogramm ein kooperierendes Labor beauftragt.

  • Kultureller Erregernachweis:
Die mikrobiologische Anzucht von Krankheitserregern aus Liquor bedarf einer qualifizierten Durchführung unter Aufsicht eines Facharztes für Mikrobiologie. Für diese Untersuchungen verfügt das Zentrallabor über eine langjährige Kooperation mit einem Facharztlabor auf universitärem Niveau.

  • Spezialdiagnostik:
Über unsere Kooperationspartner können alle Fragestellungen, insbesondere zu Autoimmunerkrankungen des zentralen Nervensystems, zuverlässig beantwortet werden.

Die Untersuchung von Urin leistet einen wichtigen Beitrag zur Erkennung von Erkrankungen der Niere und der ableitenden Harnwege.

Das vom Zentrallabor angebotene Untersuchungsspektrum lässt sich folgendermaßen untergliedern:

  • Basis-Diagnostik
Urinstatus:
Die Ermittlung des Urinstatus ist eine grundlegende diagnostische Maßnahme, die wertvolle Informationen zu Veränderungen der Niere und ableitenden Harnwege enthält.

Urinsediment:
Bei Auffälligkeiten im Urinstatus schließt sich die mikroskopische Untersuchung des aufkonzentrierten Urins an, um Zellen, Zellfragmente und Kristalle zu identifizieren. Diese Untersuchung ermöglicht die Diagnose von Infektionen, Nierenerkrankungen und anderen Veränderungen des Harntrakts.

  • Biochemische Diagnostik
Biochemischen Untersuchungen aus Urin ergänzen die Befunde des Urinstatus bzw. -sediments. Die Diagnostik umfasst die Nierenfunktionsdiagnostik zur Bewertung der glomerulären und tubulären Nierenfunktion, sowie die Messung von Elektrolyten, Enzymdiagnostik, Hormone, Tumormarker, etc.

  • Spezialdiagnostik
Von der biochemischen Diagnostik abzugrenzen ist die Differentialdiagnostik der Proteinurie-Diagnostik über Markerproteine. Zum Umfang der Spezialdiagnostik zählen weiterhin der Nachweis von Immunglobulinen im Kontext hämatoonkologischer Erkrankungen.

Funktionsteste ermöglichen die Bestimmung von Enzymaktivitäten, Organfunktionen sowie Transportvorgängen, wobei insbesondere Atemteste als nichtinvasive Diagnostik besonders patientenfreundlich in der Anwendung sind. Das Grundprinzip von Atemtesten beinhaltet die Gabe eines isotopenmarkierten Substrats, dessen Verstoffwechselung anhand der in die Atemluft freigesetzten Endprodukte analysiert wird. Hierzu erfolgt die Sammlung von Atemluftproben nach bestimmten Zeitintervallen und die nachfolgende Konzentrationsbestimmung des Stoffwechselproduktes. Aus dem zeitlichen Verlauf der Freisetzung erfolgt schließlich die Einschätzung des geschwindigkeitsbestimmenden Stoffwechselschrittes.
 
Im Zentrallabor erfolgt die Durchführung von Atemtesten unter Nutzung von Substraten, die mit dem stabilen Kohlenstoffisotop 13C markiert sind. Das in die Atemluft freigesetzte 13CO2 wird in Relation zum Gesamt-CO2 analysiert, wodurch je nach Substrat Folgendes untersucht wird:
 
  • Leberfunktion (13C-Methacetin)
  • Magenentleerung bei fester Nahrung (13C-Oktanoat)
  • Magenentleerung bei flüssiger Nahrung (13C-Acetat)
  • Nachweis einer Helicobacter pylori-Infektion (13C-Harnstoff)
  • Spezielle Fragestellungen (13C-Laktose-Ureide)
Zusätzlich zu obigen Atemtesten werden die Messungen des Zentrallabors auch im Rahmen des oralen Glukosetoleranztests zur Funktionstestung genutzt. Hierbei erfolgt die Bestimmung des Blutglukosegehalts nach bestimmten auf die Glukosegabe folgenden Zeitintervallen.

Unter "Point-of-Care Testing" (POCT) versteht man Laboruntersuchungen, die direkt am Patientenbett oder an einem nahe gelegenen Ort durchgeführt werden. Für die Untersuchung ist keine Probenvorbereitung erforderlich. POCT ist immer dann sinnvoll, wenn sich aus dem Untersuchungsergebnis eine unmittelbare Konsequenz für den Patienten ergibt.

Im Krankenhaus wird POCT in verschiedenen Bereichen eingesetzt:

  • Einsatz auf Intensivstationen:
Blutgas-Analytik als POCT spielt insbesondere bei Patienten, die künstlich beatmet werden, eine große Rolle. In diesem Bereich besteht ebenfalls die Möglichkeit zur Messung von Elektrolyten und weiteren intensivmedizinisch relevanten Untersuchungen.

  • Einsatz im Rahmen der interventionellen Versorgung:
Im Bereich der interventionellen Kardiologie und Radiologie kann eine POCT des Gerinnungsstatus erforderlich werden, um den Patienten keinem unnötigen Blutungsrisiko auszusetzen.

  • Einsatz auf Normalstation:
POCT spielt im Rahmen des Blutzucker-Monitoring eine große Rolle. Durch Einsatz von POCT-Verfahren können mehrmals aufeinanderfolgende Punktionen mit einer Kanüle durch den Einsatz weniger belastender Lanzetten ersetzt werden.

Die Transfusionsmedizin beschäftigt sich mit der Untersuchung von Blutprodukten und deren sicherern Verwendung in der klinischen Praxis. Diese Prozesse tragen maßgeblich dazu bei, Bluttransfusionen und andere blutbezogene Therapien effektiv und ohne Komplikationen durchzuführen. Alle Arbeiten in diesem Bereich unterliegen gesetzlichen Regelungen, die sich aus dem Arzneimittelgesetz, dem Transfusionsgesetz, der Hämotherapie-Richtlinie und weiteren normativen Vorgaben ableiten.

Die beiden wesentlichen Arbeitsbereiche innerhalb des Zentrallabors sind das Immunhämatologische Labor und das Blutdepot.
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Im immunhämatologischen Labor werden u.a. folgende Untersuchungen durchgeführt:

Blutgruppenbestimmung:
Die Bestimmung der AB0- und Rhesus-Merkmale auf den roten Blutkörperchen ist zwingend erforderlich, um für jeden Patienten das geeignete Blutprodukt, z.B. eine "Blutkonserve", bereitstellen zu können.

Antikörpersuchtest:
Bei Patienten, die bereits Bluttransfusionen erhalten haben, kann der Körper Antikörper bilden, die bei der nöächsten Transfusion zu Komplikationen führen können. Es muss daher bei jedem Patienten eine Untersuchung auf so genannte "irreguläre Antikörper" gegen bestimmte Merkmale von roten Blutkörperchen durchgeführt werden. Zeigt der Suchtest eine Auffälligkeit, wird diese über weitere Untersuchungen abgeklärt.

Kreuzproben/Verträglichkeitstests:
Bevor eine Transfusion durchgeführt wird, werden Kreuzproben durchgeführt, um die Verträglichkeit zwischen dem Spenderblut und dem Empfängerblut zu überprüfen. Die Verträglichkeit der Blutgruppen ist entscheidend, um sicherzustellen, dass die Transfusion ohne immunologische Reaktionen verläuft.

Diagnose von Transfusionsreaktionen:

Unerwartete Reaktionen nach einer Bluttransfusion werden unverzüglich behandelt. Die Transfusionsbeauftragten jeder Behandlungseinheit klären im weiteren Verlauf, ob zwischen den Symptomen des Patienten und der Transfusion ein Zusammenhang besteht. Hierzu gehören auch weitere Untersuchungen, die im Zentrallabor durchgeführt werden.
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Das Blutdepot des Zentrallabors versorgt alle Behandlungseinheiten unseres Klinikums mit Blutprodukten.

Spektrum der bereitgestellten Blutprodukte:
Im Blutdepot werden sowohl zellhaltige als auch zellfreie Blutprodukte fachgerecht gelagert und bei Bedarf ausgegeben. Allen diesen Arzneimitteln ist gemeinsam, dass eine lückenlose Dokumentation jedes einzelnen Produktes gewährleistet werden muss.

Neben den roten Blutkörperchen spielt die Transfusion von Blutplättchen, insbesondere bei Patienten unter Chemotherapie, eine wichtige Rolle. Nur so können teilweise lebensbedrohliche Blutungen vermieden werden.

Zellfreie Blutprodukte beinhalten u.a. Gerinnungsfaktoren, die ebenfalls erforderlich werden können, wenn die körpereigenen Reserven bereits aufgebraucht wurden.
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Kooperationspartner:
Die Bereiche Immunhämatologisches Labor und Blutdepot arbeiten eng mit dem DRK-Blutspendedienst West mit Sitz in Hagen zusammen.

Bei humangenetischen Untersuchungen wird zwischen prädiktiven und diagnostischen Untersuchungen unterschieden. Diagnostische Untersuchungen dienen der Abklärung, ob eine bestehende Krankheit auf genetischen Veränderungen beruht. Prädiktive Untersuchungen hingegen erfolgen ohne Vorliegen eines Krankheitsbildes bei familiärem Risiko einer genetischen Erkrankung. Bei beiden Varianten werden vor Untersuchung spezielle Einverständniserklärungen entsprechend dem Gendiagnostikgesetz benötigt.
 
 
Vererbbare Gendefekte 
 
Das Spektrum vererbbarer humangenetischer Erkrankungen, das sowohl prädiktiv als auch diagnostisch im Zentrallabor angeboten wird, umfasst:
 
  • Prothrombin-Mutation
Bei der Prothrombin-Mutation handelt es sich um eine auf einer Punktmutation basierende Gerinnungsstörung, die mit einem bis zu 20-fach erhöhtem Thromboserisiko assoziiert ist. Sie tritt bei etwa 3% der Deutschen auf. Bei gleichzeitigem Vorliegen einer Faktor-V-Leiden-Mutation ergibt sich ein weiterer starker Anstieg des Thromboserisikos.
 
  • Faktor-V-Leiden-Mutation:
Die Faktor-V-Leiden-Mutation stellt den häufigsten Risikofaktor für Thromboembolien dar. Bei diesem Gerinnungsdefekt handelt sich um eine Punktmutation, die 5% der europäischen Bevölkerung aufweisen. In Abhängigkeit von der Art der Mutation kann das Thromboserisiko bis zu 100fach erhöht sein. Der molekulargenetische Nachweis der Faktor-V-Leiden-Mutation folgt üblicherweise auf die funktionelle Testung der sogenannten APC-Resistenz.
 
  • Hämochromatose-Mutation:
Die hereditäre Hämochromatose als erbliche Stoffwechselerkrankung führt zu einer übermäßigen Ablagerung von Eisen bedingt durch eine erhöhte Bluteisenkonzentration. Bei der klassischen adulten Hämochromatose Typ 1 liegt eine Mutation am HFE-Gen vor. Die Testung im Zentrallabor ermöglicht den Nachweis von Mutationen bei vier verschiedenen Codons des HFE-Gens, darunter das in 80% der Fälle in Nordeuropa betroffene C282 Codons.


Nicht vererbbare Gendefekte

Veränderungen des genetischen Materials können auch spontan entstehen, d.h. sie werden nicht von den Eltern vererbt, sondern entstehen durch äußere Einflüsse (induzierte Mutationen) oder ohne erkennbare Ursache (Spontanmutationen). Solche Veränderungen sind typisch für Leukämien. Sie können z.B. durch den Austausch von zwei verschiedenen Chromosomen (Translokation), aber auch durch den Austausch von Genabschnitten ein und desselben Chromosoms (Inversion) hervorgerufen werden. Die daraus resultierenden Gendefekte sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass aus einer gesunden Zelle eine Leukämiezelle wird.
 
Das Zentrallabor bietet in diesem Kontext molekulargenetische Untersuchungen zur Feindiagnostik und Verlaufskontrolle von Leukämien an. Dabei kommen folgende Untersuchungsmethoden zum Einsatz:
  • qualitative und quantitative Echtzeit-PCRs
  • mutationsspezifische PCR mit Sondenhybridisierung
  • droplet digital PCR
  • MassTag-PCR
  • BEAMing-Verfahren zum Nachweis zirkulierender Tumor-DNA
 

Der molekularbiologische Erregernachweis mittels des hochsensitiven Verfahrens der PCR-Testung ermöglicht den Nachweis kleinster Erregermengen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die PCR-Diagnostik zum kulturellen Erregernachweis nicht zwischen vermehrungsfähigen und nicht-vermehrungsfähigen Erregern unterscheidet. Neben qualitativen Nachweisen sind im Zentrallabor auch quantitative Messungen möglich, die z.B. im Rahmen der Hepatitis-Diagnostik wichtig für therapeutische Entscheidungen sind. Im Bedarfsfall steht das Ergebnis eines molekularbiologischen Erregernachweises taggleich, je nach Gerät innerhalb von 1-5 Stunden, zur Verfügung.
 
  • Einzeltestungen
Einzeltestungen erfolgen im Bereich des Spenderscreeenings für Stammzelltransplantpatienten sowie bei gezielten Fragestellungen zu einzelnen Erregern. Im Vergleich zu Paneltestungen sind Einzeltestungen kostengünstiger in der Durchführung.

  • Paneltestungen
Die umfangreiche Geräteausstattung des Zentrallabors ermöglicht es zudem, verschiedene Bakterien, Viren und Parasiten mittels hochsensitiver Panel-PCR-Diagnostik innerhalb von 60 Minuten nachzuweisen.

Der Nachweis bakterieller Krankheitserreger kann sowohl auf der Haut, in Wunden oder im Rahmen operativer Eingriffe über Abstrichtupfer als auch aus Blut, Urin, Liquor oder anderen Körperflüssigkeiten erforderlich sein. Die Anzucht über Nährmedien beweist die Anwesenheit vermehrungsfähiger Bakterien am Entnahmeort. Dadurch erklärt sich die zentrale Bedeutung dieser mikrobiologischen Untersuchungen. Die anschließende Isolierung und biochemische Untersuchung einzelner Bakterienkolonien ermöglicht die Identifikation des Erregers. Die Kenntnis des Erregers ist eine der wesentlichen Voraussetzungen, um Infektionen antibiotisch zu behandeln. An die Keimidentifikation schließt sich die Bestimmung des so genannten "Antibiogramms" an. Es gibt Auskunft darüber, ob ein Antibiotikum gegen den Erreger wirksam ist oder nicht.

Im Zentrallabor kommen sowohl Flüssigkulturen als auch feste Nährmedien zum Einsatz.

Haupteinsatzgebiete des kulturellen Erregernachweises im Zentrallabor sind:

  • Blutkulturen
Die Erregeranzucht vor Ort verschafft einen wesentlichen Zeitvorteil bei dem Verdacht auf das Vorliegen einer Sepsis.
Für die weiterführende Identifikation und Ermittlung der Antibiotika-Resistenzen werden positive Blutkultur-Proben in ein hochspezialisiertes Partner-Labor innerhalb von Bochum weitergeleitet.

  • Screening auf bakterielle Erreger mit besonderen Resistenzen gegen Antibiotika
Krankenhäuser unterliegen strengen Hygiene-Regeln, um das Einschleppen bzw. die Verbreitung von Bakterien zu verhindern, die gegen viele der herkömmlichen Antibiotika resistent sind (so genannte multiresistente Erreger).
Bei allen in unserem Krankenhaus aufgenommenen Patienten werden Haut- und Nasenabstriche durchgeführt und unmittelbar im Zentrallabor untersucht.

  • Urinkulturen
Bei Auffälligkeiten im Urinstatus/-sediment ermöglicht der kulturelle Erregernachweis eine gezielte antibiotische Therapie.



Leistungsverzeichnis

Das Leistungsverzeichnis bietet eine detaillierte Übersicht über die Leistungen des Zentrallabors. Neben den grundlegenden Informationen zu Analyt und Probenmaterial werden weitere Details zur Methode und Durchführung angegeben. Das Leistungsverzeichnis enthält außerdem parameter-spezifische Vorgaben zur Präanalytik, die vom Einsender beachtet werden müssen.

Präanalytik

Die Präanalytik umfasst alle Maßnahmen, die vor der eigentlichen Untersuchung einer Probe notwendig sind.
In unseren Hinweisen zur Präanalytik haben wir die wichtigsten Informationen von der Vorbereitung der Probennahme bis zum Eingang der Proben im Labor zusammengestellt.

Qualitätsmanagement

Unser Qualitätsmanagement hat das Ziel, die Qualität und Zuverlässigkeit der Laborergebnisse im Zentrallabor stetig zu überwachen und zu optimieren. Dazu gehört die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben gemäß der „Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen“ (Rili-BÄK). Alle Mitarbeiter sind verpflichtet, die Grundsätze unseres QM-Systems einzuhalten und umzusetzen. Ständige Weiterbildung und die Schulung unserer Mitarbeiter ist uns daher ein wichtiges Anliegen. In unser QM-System sind externe Dienstleister und Lieferanten selbstverständlich ebenfalls eingebunden. Unsere Verantwortung für den von uns definierten Qualitätsstandard bezieht ebenso unsere Einsender mit ein.
Unser Labor orientiert sich verpflichtend an den jeweils höchsten realisierbaren Qualitätsanforderungen in Bezug auf Präanalytik, Analytik und Postanalytik. Alle angewendeten Methoden und Analysengeräte werden jeweils dem aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik angepasst. Neue Methoden werden, mit dem Ziel einer schnellen Einführung in die Routinediagnostik, frühzeitig evaluiert. Allen Auftraggebern wird ein umfangreiches Spektrum der Untersuchungsverfahren auf modernstem Stand angeboten. Dazu gehört die umfassende Beratung der Auftraggeber vor, während und nach der labormedizinischen Diagnostik im Sinne einer optimalen und ökonomischen Patientenbehandlung.

Forschung

Das Zentrallabor und seine Mitarbeitenden sind zusätzlich zum Routinebetrieb auch in der Forschung aktiv und an zahlreichen Studien beteiligt. Der Schwerpunkt liegt entsprechend der Ausrichtung der Medizinischen Klinik im Bereich der Leber-Forschung.
Weitere Details können der Publikationsliste der Medizinischen Klinik entnommen werden.

Lehre

Als Teil des Universitätsklinikums Knappschaftskrankenhaus Bochum GmbH ist das Zentrallabor der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum angegliedert. 
Deutschlands beste Ausbildungsbetreiber
Deutschlands beste Arbeitsgeber
Top Partner
KTQ-Zertifikat
Qualität und Service
Hornhauterkrankungen
Implantologie
Orthognathe Chirurgie
Refraktive Chirurgie und Katarakt
Rekonstruktive Chirurgie
Strabologie